Frauentag, Frauenvolksbegehren & Gender Studies | Mr. Bert’s Vlog Episode 7

Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag gefeiert. Seit 1921 am 8. März. Das wissen viele von uns. Manche verwechseln das jetzt aber mit dem Muttertag, danken den Frauen einmal jährlich für ihr Engagement, schenken vielleicht sogar ein paar Blumen – und das war’s dann. Nein, so war das eher nicht gemeint. Mr. Bert hat ein bissl recherchiert und erzählt euch darüber.

Und er hat einen Tipp, was man Sinnvolles am 8.3. tun könnte! Siehe auch https://frauenvolksbegehren.at/

Und er verrät euch, was er seit dieser Woche studiert.

Bumm, da spielt sich’s ab, in diesem Video 😉

 

Hier der Video-Text:

1909 fand in den USA der erste Frauentag statt. Bei der zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen wurde die Idee nach Europa gebracht und folgender Beschluss gefasst:

„Im Einvernehmen mit den klassenbewussten politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats in ihrem Lande veranstalten die sozialistischen Frauen aller Länder jedes Jahr einen Frauentag, der in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dient. […] Der Frauentag muß einen internationalen Charakter tragen und ist sorgfältig vorzubereiten.“

1911 fand in Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Österreich-Ungarn der erste Frauentag statt. Das alles beherrschende Thema der ersten Jahre war das Frauenwahlrecht. Dieses wurde 1918 in Österreich und Deutschland umgesetzt. Aber natürlich gab und gibt es zahlreiche andere Forderungen, mit denen eine Gleichstellung der Frauen erreicht werden soll. Der 8. März wurde übrigens in Russland im Jahr 1921 beschlossen. Entweder von der Kommunistischen Frauenkonferenz oder von Lenin persönlich, da gibt es verschiedene Quellen.

Und so wurde der Internationale Frauentag auch nach Einführung des Frauenwahlrechts weiter gefeiert. In der NS-Zeit in der Illegalität, später in der DDR war es wiederum ein sozialistischer Feiertag. 1977 hat die UNO per Resolution den 8. März den „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau“ offiziell eingeführt.

So wird der Internationale Frauentag auch in Österreich wie jedes Jahr irgendwie gefeiert. Das Angebot der Stadt Wien, Workshops im Rathaus zum Thema Partizipation, Demokratie, Mitbestimmung ist, finde ich, ganz gut. Das Angebot von BIPA, minus 25% auf Putzmittel, ist trotz einer ganz guten Erklärung auf der Webseite, ein bissl Dings. Weil: Wer liest schon die Erklärung.

Ich würde auch nicht ausgerechnet am 8. März den Blumenladen unseres Vertrauens stürmen. Ein besseres Geschenk im Sinne des Frauentages wäre es, so du es noch nicht getan hast, eine Unterstützungserklärung für das Frauenvolksbegehren abzugeben. Die Links zur Info zum Frauenvolksbegehren packe ich in die Videobeschreibung. Das Frauenvolksbegehren 2017 hat auch einen YouTube-Channel, den findet ihr hier oben. Und falls ihr eine Bürgerkarte habt oder euch schnell besorgt, dann dauert das Unterschreiben gerade mal zwei Klicks.

Das Volksbegehren „Don’t smoke“ würde ich euch bei der Gelegenheit auch noch ans Herz legen. Die Unterstützungserklärungen für beide Volksbegehren können noch bis 4.4. abgegeben werden.

Bleiben wir beim Thema Frauen: Ich stehe hier im Arkadenhof der Universität Wien, in dem es 154 Büsten von Wissenschaftlern gibt, die durch die Aufstellung einer solchen Büste von der Uni geehrt wurden. Frau war da bis 2015 aber genau eine dabei. Maria Ebner-Eschenbach. 2015, anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums der Universität Wien wurden dann sieben Frauen mit einer solchen Statue geehrt.

Übrigens: Heute, am 7. März, habe ich meine erste Vorlesung und Übung in meinem neuen Studium, das ich dieses Semester beginne. Die Einführung in die Gender Studies. Ich bin gespannt.